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Rolf Rappaz – ein ewig suchender Künstler

Die Ausstellung «Rolf Rappaz – Ein Leben mit Kunst und Grafik» feiert das Werk eines Künstler und auch das historische Gebäude des Rappaz-Museums.

Shirley L. Kearney, Deutsch von Martin Pütter

Das Gebäude, das Rolf Rappaz‘ Werke beherbergt, ist eines der ältesten Kleinbasels. Es stammt aus dem 11. Jahrhundert und lehnt an das frühere Klingental-Kloster (1274), wo heute das kleine Klingental-Museum ist. Der Ritter und Minnesänger Walther von Klingen, Spender und Mäzen des Klosters, baute Klingental 11 an das bestehende Gebäude an. Dort diente es als Webstube für die Nonnen. Das Museum befindet sich an der Ecke Webergasse und Klingental. Der steinerne Torbogen, der von einer Strasse zur anderen führt, war einmal der Eingang zu den Grundstücken des Klosters.

Drei architektonische Phasen sind innen zu spüren. Magie erfüllt den Raum, der viel natürliches Licht bietet (von einem Fenster aus ist sogar der Rhein zu sehen), eine attraktive Offenheit, ideal, um die beiden Minimalismus-Phasen Rolf Rappaz‘ zu zeigen, und offene und bedeckte Balkone vermitteln ein häusliches Gefühl. Die Struktur im Erdgeschoss stammt aus dem Mittelalter, und ein Fenster im Boden deckt einen sechs Meter tiefen Sodbrunnen ab – normalerweise ist er trocken, aber mit dem Wetter diesen Sommer ist Grundwasser eingedrungen. Eine Treppe aus Jugendstil und Art Nouveau führt zum ersten Stock in leicht barock wirkende Räume mit weissen Dielen.

Das Haus blieb in Privatbesitz, bis die Stadt es im 17. Jahrhundert kaufte. Im 19. Jahrhundert wurde es renoviert. 1971 kaufte Rolf Rappaz das Gebäude und machte es zu seinem Atelier. Nach seinem Tod 1996 gründete seine Witwe Gisèle Rappaz eine Stiftung, um den Einsatz ihres Mannes für die Kunst zu schützen und zu fördern.

Mit einer Ausstellung, die seine Dynamik und Intensität als grafischer Designer und als Künstler ins Zentrum stellt, feiert das Museum seinen 100. Gebrtstag. Rolf Rappaz kam am 9. September 1914 in Basel auf die Welt und wuchs am Claragraben aus; später zog er ins St. Johanns-Quartier. Im Alter von 15 Jahren kehrte er nach dem Besuch der ersten Bauhaus-Ausstellung in Basel heim und zerlegte die Jugenstil-Möbel seiner Mutter mit einer Laubsäge in Einzelteile. Diese Anekdote erklärt vielleicht seine ewige Suche nach Kompaktheit, Klarheit und Rationalität.

1939 eröffnete er sein grafisches Atelier; von 1942 bis 1945 lehrte er an der Gewerbeschule Basel – Jean Tinguely war einer seiner Studenten. 1954 heiratete er seine Muse Gisèle Joly. Ausstellungen organisieren war nicht seine Sache, es störte seine Arbeit. Eine zweite Basler Ausstellung gab ihm den Mut, seine Kreativität neu auszurichten. 1958 stellte die Kunsthalle Basel, unter Leitung des New Yorker Museum of Modern Art (MOMA), „«The New American Paintings» aus. Dazu gehörten auch 40 Werke von Jackson Pollock. Dieser Meilenstein zeigte Rappaz, dass er in der Grafik seinen Zenit erreicht hatte, und er zeigte ihm an, was er als Künstler erreichen könnte.

Was ist ausgestellt?

  1. Das Gebäude, historische Dokumente und Fotos
  2. Kurzfilme
  3. Grafiken – sein Muba-Poster von 1945 mit wirbelnden Fahnen war für die Medien Symbol von Weitsicht, Verlässlichkeit und Optimsmus. Es ist eine Ikone Schweizer Posterkunst.
  4. Eine genaue Nachbildung seines Grafik-Ateliers.
  5. Einige seiner begrifflichen, geometrischen und farbreduzierten Werke und vieles mehr.

Eine Jubiläumsfeier findet am Sonntag, 7. September im «Gare du Nord» am Badischen Bahnhof statt – dort wird der Basler Pianist Jürg Wyttenbach sein Erinnerungsstück erstmals aufführen. Anmeldungen sind dringend empfohlen.

Die Ausstellung «Rolf Rappaz – Ein Leben mit Kunst und Grafik» läuft bis 25. September.

Rappaz-Museum, Klingental 11 Ein historisches, architektonisches und künstlerisches Erlebnis.

Öffnungszeiten: Montag – Donnerstag 10.00 – 17.00 Uhr. Freitag – Sonntag auf Anfrage. Freier Eintritt.

Tram #6, 8, 14, 15, 17, Bus #31, 34, 38. Haltestelle Rheingasse.

Am letzten Dienstag des Monats seviert das Museum einen “Kunstlunch”. Die Daten: 26. August, 30. September, 28. Oktober und 25. November. Reservierung empfohlen, da Plätze bedchränkt; Kosten CHF 30.00

info@rappazmuseum.ch für Reservierungen;
Tel.: 076 429 71 21.

www.rappazmuseum.ch

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