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Das ist internationale Küche

Ein Koch-Workshop mit Sue Style – Sizilien geniessen im Elsass, geleitet von einer Engländerin.

Shirley L. Kearney, Deutsch von Martin Pütter, Fotos: Sue Style

In der ersten Ausgabe für 2014 (Nr.13, ab Seite 28) erwähnte The Basel Journal im Interview mit der Essen-und-Trinken-Autorin Sue Style Workshops, welche die Engländerin in ihrem Zuhause im Elsass durchführt. Und genau so einen Workshop besuchten mein Mann Kevin und ich kürzlich. Einen, der sich mit der Küche Siziliens befasste. Sue und ihre Familie waren grad von einem Besuch dieser Insel zurückgekehrt; dort hatten sie sich damit beschäftigt, die Lebensmittelmärkte mit den vielen frischen Fischen und dem farbenkräftigen Gemüse zu erforschen und schliesslich deren Frische und Geschmack zu geniessen.1-1-20140901_113934

Die sizilianische Küche hat eine multikulturelle Geschichte, wegen der vielen Besetzungen durch fremde Mächte; sie überlebte dies alles, und wir profitieren nun: Die Griechen brachten Honig, Feigen, Walnüsse und Granatäpfel; die Araber pflanzten Artischocken, Zitronen, Aubergines, Limonen, Pinienkerne, Zuckerrohr, Pistazien und fanden heraus, wie Eiscrème zu machen ist. Die Spanier brachten von Mexiko Schokolade, Kürbisse, Tomaten, Paprika und Kakteen auf schwerbeladenen Schiffen. Als der spanische Königshof nach Palermo zog, kamen französische Köche. Sardinen und Schwertfisch sind einheimisch. 1861 vereinte sich Sizilien dann mit Italien; das brachte einen alten und einen neuen Trend an kulinarischen Genüssen.1-3-20140901_114325

Die neun Teilnehmer am Sizilien-Workshop kamen aus Australien, Dänemark, Schweden, den USA und Grossbritannien. Am Tisch begannen Gespräche, während zugleich das ausführliche Sieben-Gänge-Menü studiert wurde, das Sue zusammengestellt hatte. Notizen folgten zu den Rezepten, bei denen man bleiben wollte, doch dann folgten Einsatz und Ideen. Die Kochpartner marschierten in die Küche, banden sich Schürzen um und griffen zu den Utensilien – das Messer war dabei das Wichtigste. Das Hacken auf den Holzbrettern, begleitet von «Ahs» und «Ohs», sorgte für Musik in der geräumigen und luftigen Küche, die sich zum Garten öffnet, wo Kräuter und scharfe Paprikaschoten geerntet wurden. Nun kam die Herausforderung. Gerösteter Kürbis, Salat oder ein Eintopf-Mix aus Artischocken, Erbsen und Bohnen; mit Brotkrümeln gefüllte Sardinen (Grundnahrung in Sizilien), eine caponata (süss-saures Gemüse) und Tintenfisch-Pasta umfassten den Vorspeisen-Teil des Workshops. Ein herrlicher Lamm-Eintopf mit Fenchel war der Hauptgang; selbstgemachtes Pfirsich-Eis auf halbem Brioche (bevorzugtes Frühstück in Sizilien) schloss das Menü ab.

Nach Hacken, Schneiden, Mischen, Rühren, Probieren, Messen und Abwaschen erfrischten wir uns mit einem Bellini, mit frischem, selbstpürierten Pfirsich, danach belegten wir die Teller mit unseren Kreationen und kehrten an unsere Plätze im Esszimmer zurück. Sue war allgegenwärtig, immer bereit, die vielen Fragen zu beantworten und zu helfen und zu hacken. Sizilianischer Weiss- und Rotwein (vor Ort eingekauft) begleiteten unser gelungenes gastronomisches Abenteuer. Anregungen und Komplimente wurden verteilt. Es herrschte eine angenehme Atmosphäre. Und das Schlussresultat verdient einen Kommentar auf der Homepage.

Sue’s Kommentar zu ihrer Sizilienreise: «Wir flogen von Basel nach Catania und wohnten nahe Donnalucata, etwa 1.5 Stunden südlich von Catania, nahe bei Scicli, Modica, Ragusa – und dem Meer! Die ganze Familie kocht (und isst) gern, und wir verpflegen uns immer selbst, damit wir die lokalen Märkte leeren können – der Fischmarkt in Catania ist spektakulär; ein kleiner ist in Donnalucata, 5 Minuten von der Villa entfernt – frischer Fisch jeden Morgen (Schwertfisch, Thunfisch, Garnelen, Seewolf, Tintenfisch…). Mit einheimischem Olivenöl, Tomaten, Auberginen und Basilikum aus dem Garten der Villa hatten wir alles, was wir brauchten. Die Eisdiele erfüllte unsere Erwartungen, und einen Morgen hatten wir in Ragusa Ibla das obligatorische Eis mit Brioche zum Frühstück und sassen auf dem Platz, wo ein grosser Teil der Krimiserie «Montalbano» gedreht worden war. Herrlich!»1-12-IMG_9837

www.suestyle.com

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