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Den Ruderern stellt der Rhein ein Rätsel

Fast zum Anfassen nah für die Zuschauer sind die internationalen Spitzenruderer an der sechsten Austragung von Basel Head auf dem Rhein an diesem Samstag, 14. November. Dabei wird der „Bach“ für Teilnehmer und Organisatoren ein neues Gesicht zeigen.

Von Martin Pütter

Halloween ist ja erst ein paar Tage her, also ist dieser Ausdruck ein bisschen gerechtfertigt. „Es ist ein Spuk von eineinhalb Stunden“, sagt Martin Steiger, Co-Präsident des Organisations-Komitees von Basel Head. Zum sechsten Mal findet diesen Samstag (14. November) dieses Verfolgungsrennen für Achter auf der 6,4 km langen Strecke auf dem Rhein statt, und 86 Boote aus neun Nationen nehmen teil. Der Start ist um 14.00 Uhr, das letzte Boot wird gegen 15.30 Uhr die Ziellinie zwischen Mittlerer Brücke und Johanniterbrücke passiert haben.

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Wer das Rennen von der Klingental-Fähre (im Hintergrund) aus verfolgen will, muss natürlich dem Fährmann etwas zahlen – Zuschauen vom Ufer aus ist gratis.
(Foto Basel Head / Rüdiger Hubrich)

Beliebt ist dieses Ruderspektakel auf jeden Fall. Auch diesmal rechnen die Veranstalter mit über 10‘000 Zuschauern entlang der Rennstrecke zwischen Start- und Ziellinie sowie der Wendemarke unterhalb des Kraftwerks Birsfelden – der Aspekt, der dieses Rennen so einzigartig macht. „Es ist der einzige grosse Sportanlass in Basel, der für die Zuschauer gratis ist“, sagt Sabine Horvath, ebenfalls Co-Präsidentin von Basel Head. Und sollten die Wetterprognosen recht behalten, wird es ein sonniger Renntag.

Tiefstand

Sonniges, trockenes Wetter herrschte ja ziemlich oft in den letzten Wochen und Monaten – weswegen der Rhein ein neues Gesicht zeigt und die Ruderer rätseln lässt. „So niedrig war der Wasserstand bei den bisherigen Austragungen noch nie“, fährt Steiger weiter. Bei der Messstelle Rheinhalle fliesst der Rhein im Moment mit weniger als 500 m3 Wasser pro Sekunde durch. Die dadurch verbundene geringe Strömung wird den Teilnehmern zwar das Rudern stromauf entlang des Kleinbasler Ufers erleichtern, „aber auch stromab ist die Strömung nicht so stark wie sonst. Es ist also völlig offen, ob der Streckenrekord bestehen bleibt“, sagte Steiger am Dienstag an der Pressekonferenz. Dieser Rekord liegt bei 19 Minuten und 00,86 Sekunden, aufgestellt vor einem Jahr vom späteren Siegerboot Pôle France Aviron Nancy (Frankreich) – und da lag die Fliessgeschwindigkeit des „Bachs“, wie die Basler den Rhein nennen, klar höher als bei 500m3 pro Sekunde.

Zum Anfassen nah

Neben der einzigartigen Wendemarke beim Kraftwerk ist dieses Verfolgungsrennen für Achter – die schnellsten Boote im Rudersport – für die Zuschauer noch aus einem weiteren Grund so attraktiv. Die Boote fahren fast zum Anfassen nah vorbei – sei das nun bei der Mittleren Brücke, wo sie unter dem ersten Bogen am Kleinbasler Ufer durchfahren, oder zwischen der Wettsteinbrücke und dem Tinguely-Museum, wo bisher die meisten Überholmanöver stattfanden. Stromauf versuchen die Boote, den Widerstand der Strömung so gering wie möglich zu halten – und je näher am Ufer, umso besser. Zu nah kann allerdings dazu führen, dass die Ruderblätter am Kies nahe des Ufers kratzen – auf dem Rhein ist der Steuermann besonders beansprucht.

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Beim ersten Bogen der Mittleren Brücke kommen die Boote sehr nah am Ufer vorbei.
(Foto Basel Head / Rüdiger Hubrich)

Neuerung

Um der Bedeutung der Wendemarke gerecht zu werden, liefern die Organisatoren den Zuschauern dort erstmals einen Live-Kommentar (neben dem Kommentar bei Start und Ziel), denn „die 180-Grad-Wende unterhalb des Kraftwerks Birsfelden fordert grosses technisches Können und kann rennentscheidend sein“, wie es in der Pressemitteilung diese Woche hiess.

Auch die Teilnehmer versuchen was Neues. Der Schweizer Ruder-Verband schickt drei Boote an diesen Anlass – je ein Leichtgewicht- und ein Schwergewichtboot bei den Männern sowie einen Frauen-Achter. „Basel Head bietet eine angenehme Abwechslung vom Wintertraining“ erklärt Simon Niepmann, der im Leichtgewichts-Achter sitzt. Der Basler, dieses Jahr Weltmeister mit dem Leichtgewichts-Vierer ohne, hat auch ein besonderes Ziel. „Wir sind einmal Zweiter und einmal Dritter mit einem Schweizer Achter geworden, jetzt wollen wir gewinnen.“

Schwimmer, Achtung

In Basel leben ja ein paar ganz hartgesottene Menschen. Egal welches Wetter, egal welche Temperatur – sie gehen im Bach schwimmen. An sie schicken die Organisatoren eine besondere Bitte: Ihr Schwimmen so zu legen, dass es sich nicht mit Training oder Wettkampf überschneidet. Die gleiche Bitte geht auch an Schlauchbootnutzer sowie Kajak- und Kanufahrer – und die kommerzielle Schifffahrt auf dem Rhein ist ohnehin zu diesen Zeiten bereits eingestellt.

Basel Head (deutsch)

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