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Der Barde ohne viel Tamtam

Ob ein alter Hase mit Shakespeare-Stücken oder interessiert an alternativer Interpretation seiner berühmtesten Stücke –  „Complete Works: Table Top Shakespeare“ ist genau das Richtige.

Von Lya Pfäffli

Ein Shakespeare-Stück anschauen kann erdrückend sein. Einige kämpfen mit der Komplexität der Stücke des Barden – ob das die tragische Liebesgeschichte von Romeo und Julio sei oder das aufwühlende Betrachten des geistigen Zusammenbruchs von King Lear. Andere haben Mühe mit der Sprache oder sind verwirrt über die Szenenwechsel, obwohl sie die Vorstellung lieben, dass Elfen Sterbliche retten im Sommernachtstraum.

Eine Lösung ist zur Hand, und zwar in Form der „Complete Works: Table Top Shakespeare.“ Es mag abschrecken wirken, dass alle 36 Stücke auf einer Tischfläche aufgeführt werden, mit alltäglichen Objekten, die epische und grossartige Szenen von Liebe, Hass, Machtkampf, Eifersucht, Rivalität, Blutvergiessen und Tod darbieten. Aber die Komplexität ist reduziert, die Sprache modernisiert (und vereinfacht). Das ist auch was für die alten Hasen mit Shakespeare-Stücken oder für alle, die auf der Suche nach einer alternativen Interpretation seiner grössten Werke sind – dazu gehören auch all jene, die seine Stücke hintereinander, über den Verlauf von neun Tagen hinweg, sehen wollen.

Unter der künstlerischen Leitung von Tim Etchels, 2016 Gewinner des renommierten Ibsen-Preises für Theaterleistungen, wurde jedes der 36 Stücke auf kleine Happen von nicht mehr als 60 Minuten reduziert – grosse Wirkung mit wenig Tamtam. Die Produktion wird vorgestellt durch Forced Entertainment, einer experimentierenden Theatertruppe aus dem englischen Sheffield. Sie ist übergreifend bahnbrechend, zusammengestellt durch sechs Künstler, die Aufführungen machen wollen, die “unterhalten, in Frage stellen, erregen und herausfordern”, erklären sie auf ihrer Webseite.

Die Einrichtung ist unkonventionell und intim; die Tischfläche zieht das Publikum an und verlangt volle Aufmerksamkeit, um ja keinen Trick zu verpassen. Sich King Lear als Ketchup-Flasche oder Othello als Salzstreuer vorzustellen ist schwer, aber Teil des Ziel dieser Theatertruppe: „Wir wollen sowohl Verwirrung als auch Gelächter hervorrufen.“

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Die handelnden Figuren in dieser Produktion aller Shakespeare-Stücke

Die Premiere ist am Donnerstag, 1. September – eine von 20 Produktionen des alljährlichen Basler Theaterfestivals. Die Stücke werden im Jungen Thater der Kaserne aufgeführt, über neun Tage hinweg, täglich jeweils um 18.00, 19.00, 20.00 und 21.00 Uhr. Im Zusammenhang mit Shakespeares 400. Todestag und den weltweiten Anlässen zur Feier des grossen Dramatikers unterstützt der British Council auch Livestreams jedes Stücks; und dazu kommen Hinweise auf den Facebook- und Twitter-Seiten dieses Anlasses.

 

Complete Works: Table Top Shakespeare
45-60 Minuten pro Stück, auf Englisch
Karten: CHF 25/15
Diskussionsrunde am 2. September

Ablauf
Donnerstag, 1, September
18.00 Uhr Coriolanus
19.00 Uhr King John
20.00 Uhr Love’s Labour’s Lost
21.00 Uhr Macbeth

Freitag, 2. September
18.00 Uhr Pericles
19.00 Uhr Richard II
20.00 Uhr All’s Well That Ends Well
21.00 Uhr King Lear

Samstag, 3. September
18.00 Uhr Much Ado About Nothing
19.00 Uhr Henry IV (Part1)
20.00 Uhr The Comedy of Errors
21.00 Uhr  Antony and Cleopatra

Sonntag 4. September
18.00 Uhr Measure for Measure
19.00 Uhr Henry IV (Part 2)
20.00 Uhr The Merry Wives of Windsor
21.00 Uhr Taming of the Shrew

Montag, 5. September
18.00 Uhr Julius Caesar
19.00 Uhr Henry V
20.00 Uhr Troilus and Cressida
21.00 Uhr Hamlet

Dienstag, 6. September
18.00 Uhr Twelfth Night
19.00 Uhr Henry VI (Part 1)
20.00 Uhr The Merchant of Venice
21.00 Uhr Titus Andronicus

Mittwoch, 7. September
18.00 Uhr Romeo and Juliet
19.00 Uhr Henry VI (Part 2)
20.00 Uhr Two Gentlemen of Verona
21.00 Uhr As You Like It

Donnerstag, 8. September
18.00 Uhr Cymbeline
19.00 Uhr Henry VI (Part 3)
20.00 Uhr A Midsummer Night’s Dream
21.00 Uhr The Winter’s Tale

Freitag, 9. September
18.00 Uhr Othello
19.00 Uhr Richard III
20.00 Uhr Timon of Athens
21.00 Uhr The Tempest

 

Übersetzung ins Deutsche: Martin Pütter
(alle Bilder © 2016 Copyright Theaterfestival)

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