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Eine Tür zu für Fish & Chips – aber die jüngsten Zwei bleiben auf

Viele Expats – und ein paar Einheimische – mögen Fish & Chips. Nach einer Flut an Eröffnungen von Lokalen, die den beliebtesten Schnellimbiss der Briten anbieten, ist nun eines schon wieder zu – anscheinend aber nur für kurze Zeit.

Von Martin Pütter

Vom Seufzer der Erleichterung zum Schrei der Verzweiflung dauerte es vier Monate. Anfang März 2015 waren viele Expats in Basel – besonders Briten – hocherfreut, dass eine Fischbude aufging, genau genommen ein Laden, der Fisch und Chips anbot. Aber nur vier Monate nach der Eröffnung hat Tramways in der Steinentorstrasse schon wieder geschlossen, und manche Briten beklagten dies auf den sozialen Medien. Die Klagen sind anscheinend aber übertrieben: Angeblich schliesse Tramways wegen hoher Sommertemperaturen und Schulferien nur bis Ende Juli, wie TBJ erfuhr.

Typisch britische Küche – oder eher britischer Fast Food – hat keine Chance in Basel, mögen Einheimische trotzdem sagen. Aber sie liegen falsch. Um einen alten Vergleich zu nehmen: Es ist wie mit Londoner Bussen – zuerst eine Ewigkeit warten, dann kommen drei hintereinander. Nur wenige Woche nach Tramways Eröffnung erhielt Basel einen weiteren Pub: Flanagan’s am Picassoplatz, und dort hat’s auf der Speisekarte – ja richtig – fish & chips. Zur gleichen Zeit hatte die Fish Inn, zuvor von Reinach in die Clarastrasse gezogen (wo zuvor „Fair & Square“ war) die Arbeiten an der Küche beendet – und serviert seither auch fish & chips.

Obwohl selber kein Brite, mag ich fish & chips – gut zubereitet ist es eine ausgezeichnete Mahlzeit. Und wie ich schon in meiner Kolumne zu kleinen Unterschieden schrieb, gebratene Eglifilets – die  viele Schweizer mögen – sind die Schweizer Version von fish & chips. Der Unterschied: Egli ist Süsswasserfisch, und dazu werden gekochte Kartoffeln serviert. Und ich hab in meiner Wahlheimat Eglifilets gegessen, die in der Qualität schlechter, aber dafür teurer waren als so manche fish & chips, die ich in Grossbritannien gegessen habe.

Nun hat’s (oder hatte es) fünf Lokale in Basel, die fish & chips servieren (oder servierten) – in vieren davon hab ich gegessen. Was auf meiner Liste fehlt, ist die Markthalle – ich hoffe, dies bald zu ändern. Ich hatte fish & chips in Paddy Reilly’s an der Heuwaage, und war enttäuscht darüber, dass der Fisch schaler Pangasius war anstatt Schellfisch oder Dorsch. Bei Flanagan’s war’s guter Dorsch, die chips waren ebenso gut – nur die „mushy peas“ (grosse Kapuzinererbsen) erinnerten an Erbsenmus. Und zu guter Letzt, mein persönlicher (wiederhole: persönlicher) Favorit: die Fish Inn.

FishInn_F&C

Warum aber war der erste Bus, der nach langem Warten am Ort ankam, der Erste, der ausfiel? Wohl aus mehreren Gründen. Die ersten paar Wochen lief das Geschäft gut, und zahlreiche Expats waren im Lokal zu sehen. Als kurz nach Tramways Eröffnung dort fish & chips probierte, war die Qualität wirklich gut, und sie boten eine Auswahl an Fisch an: Schellfisch, Dorsch  oder Scholle. Aber dann bekam Tramways wohl die Konkurrenz sowohl von Flanagan’s und Fish Inn als auch vom Kebab-Laden zwei Türen nebenan zu spüren. Zudem hiess es plötzlich, die Qualität schwanke (angeblich je nachdem, wer gerade dort Dienst hatte). Am Ende, wie es einer der (wenigen übrig gebliebenen) Stammgäste auf den sozialen Medien formulierte, machte Tramways anscheinend zu wenig Geld. Bei Temperaturen über 30 Grad und Schulferien zieht’s halt auch viele Expats an kühlere Plätze als Fischbuden…

Tramways‘ Türen sind nun zu (zumindest vorläufig), aber zum Glück bleiben andere auf. Klar, fish & chips sind bei Flanagan’s und Fish Inn teurer als sie es bei der Imbissbude in der Steinentorstrasse waren, aber die Qualität rechtfertigt das. Also dürfen Expats, die so sehr fish & chips mögen, einen weiteren Seufzer der Erleichterung ausstossen.

Picture by Andi Curran

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