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Auf den Spuren der Vergangenheit

Von Jan Hawley, Deutsch von Martin Pütter, Foto: Benedikt Wyss/Archäologische Bodenforschung Basel-Stadt

Der St. Johanns-Park war nicht immer so lieblich grün wie heute.

Wer kürzlich in der Nähe des St. Johanns-Parks war, wird vielleicht gemerkt haben, dass ein Teil abgesperrt ist. Arbeiter mit Helm, Kelle und Klemmbrett haben sich hier, wo Einheimische sich sonst entspannen und die Aussicht auf den Rhein geniessen, an die Arbeit gemacht. Der Grund für die Arbeiten: Die Vergangenheit des Parks soll ans Tageslicht gebracht werden.

Vom 14. bis Mitte 19. Jahrhundert war das Parkgelände, welches sich damals ausserhalb der Stadtgrenzen befand, Ackerland. 1845 entschieden die Basler Behörden dann, hier einen Friedhof zu errichten, welches dem nahegelegenen neuen Spital angeschlossen war. Viele benachteiligte Basler Frauen und Männer, die unter harten Bedingungen lebten und unter schweren Krankheiten litten, kamen zur Behandlung dorthin. Mehr als 2‘500 dieser Patienten überlebten nicht, sie wurden im Friedhof entlang des Rheins begraben. Die Behandlungs- und Sterbeurkunden all dieser Patienten blieben jedoch erhalten und befinden sich in Basels Archiven.

1868 hatte der Friedhof die volle Auslastung erreicht und musste geschlossen werden. Er verfiel und wurde als Deponie für Schlachthausabfall verwendet. 1885 wurde aus dem Gebiet eine Pflanzschule. Diese schloss 1985, und die verlassenen Treibhäuser wurden zu kulturellen Treffpunkten für Teenager und Twens aus der nahen Umgebung.

Ende der achtziger Jahre begann der Boden, in  Richtung Fluss abzusacken. Die Gebäude wurden abgerissen, und das Basler Volk stimmte dafür, hier einen Park für dieses Stadtviertel zu schaffen. Das erlaubte es Basels Archäologen, eine Notausgrabung für 1‘061 Gräber durchzuführen. Die Überreste der Skelette kamen schliesslich für anthropologische Untersuchungen ins Naturhistorische Museum.

Im März 2015 begann eine zweite Notausgrabung. Röhren sollen durch den Untergrund des Parks gelegt werden, auch durch den abgesperrten Teil, in dem es noch Gräber hat. Zu den Ausgrabungen gehören Dokumentierung, Freilegung und Entfernung von Skeletten und Funden aus etwa 50 Gräbern. Die Arbeiten, ausgeführt durch ein fachübergreifendes Team an Archäologen, Anthropologen und anderen Spezialisten, sollte bis Ende April seine Arbeit beendet haben. Dank der fachübergreifenden Zusammenarbeit erlaubt die Untersuchung der Skelette eine ganze Reihe neuer Einblicke.

Weitere Informationen, auch zu Führungen, gibt es hier: www.archaeologie.bs.ch

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