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Englisch auch im Notfall

Kommentar von Martin Pütter

Sorgen der englischsprachigen Expats, dass ihre Notrufe – auf Englisch – nicht beantwortet werden, sind trotz Unkenrufen anderer unbegründet.

Kürzlich las ich folgenden Kommentar in einem Gesprächsfaden auf Facebook: „Die Schweizer Feuerwehr kommt nur, wenn man mit ihr fliessend Deutsch spricht. Lass einen Notruf von einem Schweizer Freund aufnehmen – den kannst Du bei Feuer abspielen.“ Dieser Kommentar, den ein englischer Muttersprachler (Name d. Redaktion bekannt) gemacht hatte, erstaunte mich. Kann dies wahr sein? Da ich Zweifel hatte, setzte ich mich mit dem Justiz- und Sicherheitsdepartment Basels, zuständig für die lokalen Notfalldienste, in Verbindung. Dessen Antwort zerstreute meine Zweifel. „Notrufe in Englisch werden beantwortet”, sagte Andreas Knuchel, Mediensprecher des Departements.

Wie Knuchel im Telefongespräch nach seiner E-Mail-Antwort hinzufügt, „sind Anrufe in Englisch in dieser Beziehung eines der kleinsten Probleme. Die Notfalldienste – ob Ambulanz, Polizei oder Feuerwehr – sehen sich „täglich mit sprachlichen Themen konfrontiert, und nicht nur mit Englisch“, sagt er. Die Einsatzkräfte haben in den Einsatzzentren Mitglieder im Einsatz, die sich mit einer Reihe an Sprachen auskennen. Und sollte es mal nötig sein, können sie auf Partnerorganisationen zurückgreifen, wie etwa die Rega (Rettungsflugwacht).

Knuchel weist darauf hin, dass es nur etwas schwierig werden könne, „wenn die Anrufer selber nicht englischer Muttersprache sind und sich mit dieser auch nur behelfen. So können manchmal Strassennamen nicht ausgesprochen oder das Problem nicht verständlich geschildert werden.“ Da helfen Anrufe vom Festnetz, die Nummer führt dann zu einer Adresse.

Zudem ist Information ohnehin wichtiger als die Sprache. Da die meisten Anrufe von Mobiltelefonen nicht zurückverfolgt werden können wie Festnetznummern, müssen die Notrufdienste als Erstes wissen, wo sie hin sollen, um welchen Notfall es sich handelt, wer betroffen ist und wie schwer. Es ist fast wie das Beantworten der fünf W-Fragen im Nachrichtenjournalismus – wer, wie, wo, was, wann? „Wenn der Notrufdienst einen Anruf erhält: «Polizei, komm schnell», und der Anrufer hängt auf, was kann er dann machen?“, fragt Knuchel.

Vorbespielte Aufnahmen auf Deutsch helfen auch nicht wirklich. Sind die aufgenommenen Informationen noch korrekt und verständlich? Stimmen die Informationen für diesen Notfall? Kommt man leicht dran – oder behindern die Flammen, die der Grund für den Ruf nach der Feuerwehr sind, den Zugang dazu?

Heute folgen auf ironische Botschaften und Kommentare meistens Smileys oder ähnliches. Das war bei oben erwähntem Kommentar  (den ich als Bildschirmfoto gespeichert habe) nicht der Fall. Waren die Smileys also vergessen worden? Und selbst dann – wenn es ein Witz sein sollte, kann man über dessen Qualität streiten. Oder ist es Bangemachen? Oder Unkenntnis? Wie auch immer, Expats erhalten auf ihre Anrufe in Englisch an die Notrufdienste in jedem Fall eine Antwort.Fire_TBJ

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