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Fussball verdrängt Religion

Von Martin Pütter (Foto: hmb / Natascha Jansen)

Die Ausstellung „Fussball – Glaube. Liebe. Hoffnung”, die klassische und moderne Ausstellungsmethoden verbindet, bietet im Historischen Museum Basel einen Einblick, was dieser Sport für viele Fans wirklich bedeutet.

“Manche Leute glauben, dass es im Fussball um Leben und Tod geht. Diese Einstellung enttäuscht mich. Ich kann Ihnen versichern: Es ist viel wichtiger als das.“ Fast jeder britische Fussballfan wird dieses Zitat des ehemaligen Managers des FC Liverpool, Bill Shankly (1913 – 1981) kennen, ob in dieser Form oder in einer anderen, abgekürzten Version. Nun, was ist denn Fussball wirklich? Das Historische Museum Basel macht einen lobenswerten Versuch, eine Antwort darauf zu finden, und zwar mit der Ausstellung „Fussball – Glaube.Liebe.Hoffnung“, die vom 13. März bis 16. August 2015 läuft.

Es ist sowohl passend als auch ironisch, dass die Ausstellung in einer Kirche (der Basler Barfüsserkirche) stattfindet, die einst dem Bettelorden der Franziskaner gehörte. Fussball (oder Soccer, wie es Expats von jenseits des Teichs oder von der südlichen Hemisphäre nennen) ist ein Milliardengeschäft, und seine primären Exponenten, die Spieler, werden weltweit verehrt – um es mal milde auszudrücken. Fussball hat die Religion ersetzt, nicht nur in isolierten Ecken. Sogar in Basel scheint Fussball wichtiger als alles andere zu sein – und die Ausstellung unterstreicht dies dadurch, dass sie die Sektion über den FC Basel neben den Altar der ehemaligen Kirche stellte.

„Fussball – Glaube. Liebe.Hoffnung“ vermischt klassische und moderne Ausstellungsmethoden. So können etwa einzelne Anlässe dieser interaktiven Ausstellung (in Deutsch, Englisch und Französisch) via smartphone mitverfolgt werden. Das Historische Museum Basel hat dabei erstmals neue Medien bewusst in dieser Form eingesetzt. Die Ausstellung deckt aber auch so viele diverse Aspekte ab, dass einzelne Punkte nur sehr oberflächlich gestreift werden, und andere gar nicht. Fussball und seine Beziehung zum Islam, zum Judentum, zum Hinduismus oder Buddhismus spielt eine minime Rolle, und der Fussballkrieg zwischen Honduras und El Salvador im Juli 1969 (auch der „100-Stunden-Krieg“ genannt) wird unter „Nutzen und Missbrauch“ nicht erwähnt.

„Fussball – Glaube. Liebe.Hoffnung” läuft bis zum 16. August – es ist die zweite Etappe der Ausstellungstour, die im September 2014 in Amsterdam begann. Nach Basel geht es weiter ins Focke-Museum in Bremen, anschliessend nach Lyon, Luxemburg und Barcelona. Den Abschluss bildet Moskau, rechtzeitig für die Fussball-WM 2018 in Russland.

Fussball – Glaube.Liebe.Hoffnung.

Historisches Museum Basel, Barfüsserkirche, Basel, 13. März – 16. August 2015.

Öffnungszeiten: 10.00 Uhr – 17.00 Uhr

Eintritt: CHF 12.00 pro Person oder CHF 24.00 für ein Team aus vier Person.

Weitere Informationen: www.hmb.ch

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