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Gauguin – der Kurtz der Kunst

Von Dan Jones, Deutsch Martin Pütter

Wer die enorm populäre Gauguin-Ausstellung in der Fondation Beyeler in Riehen besuchen möchte, sollte sich beeilen: Sie endet am 28. Juni.

Auch etliche Wochen seit der Eröffnung ist die Gauguin-Ausstellung in der Fondation Beyeler in Riehen immer noch sehr populär. Eine enorme Zahl Besucher legen sich Kopfhörer an und helfen anderen im Umgang damit (Ehegatte, Ehefrau, Söhne, usw.), während sie warten, in den ersten Raum zu können. An einem gemütlich verbrachten Sonntag bin ich – im übertragenen Sinn – mit dem Boot den Fluss hoch zur Fondation Beyler, um einzutauchen in die Welt Paul Gauguins. Er ist für die Kunstmalerei, was Joseph Conrads Mister Kurtz (in „Das Herz der Finsternis“) für die Literatur ist: Ein Mann, der – gleich wie Mister Kurtz – lebend in den Dschungel ging, ihn aber, nachdem er wahnsinnig geworden war, tot verliess.

Die Ausstellung ist eine hervorragend arrangierte künstlerische Biographie. Von den beunruhigenden Szenen seiner Zeit in der Bretagne wandelt der Besucher zu den – scheinbar – sanfteren Tönen seiner Jahre in Tahiti.

Als junger Schüler haben mich die Farben der exotischen Südsee-Idyllen in Gauguins Bildern – die ich als abfallende Poster im Zimmer für Kunstunterricht sah – nie überzeugt. Es schien, als herrsche unter den Farben eine beunruhigend dunkle Stimmung, die an die Oberfläche drängen möchte. Die Gauguin-Poster riefen bei mir keine so enthusiastische Stimmung hervor, wie das die Poster der überschwenglichen Gemälde Picassos vermochten, auch wenn Gauguins Werk das Genre vorbereitete, welches Picasso definierte.

Beim Gang von Raum zu Raum sieht man seinen Werdegang vom jungen Maler zum reifen Künstler. Die Gemälde des jungen Gauguin sind angereichert mit ziemlich offenkundiger Symbolik, aber als alter Mann verschlüsselte Gauguin diese Symbolik, und der Betrachter wird gelockt und aufgesogen von dieser rätselhaften Formgebung.

Auf ziemliche gleiche Art und Weise zieht die Ausstellung die Besucher hinein – in eine vieldeutige Welt der Verwirrung und symbolischer Andeutung. Diese Reise hat eine starke Auswirkung auf den Besucher. Durch die Verwendung der vorhandenen Bilder und ihrer Aufstellung haben die Organisatoren der Ausstellung die Reise Gauguins und die damit verbundenen Gefühle nachempfunden. Dies geschieht auf überraschende Weise und lässt den Besucher sowohl verwirrt als auch gleichzeitig beeindruckt.

Gauguin hätte das gefallen.

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