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Vater der modernen Anatomie

Andreas Vesalius, genannt Vesal, kam vor 500 Jahren am letzten Tag des Jahres 1514 in Brüssel zur Welt – seine Beziehungen zu Basel und dem Anatomischen Museum der Stadt, an der Pestalozzistrasse 20, sind Grund genug, dies zu feiern.

Shirley L. Kearney, Deutsch von Martin Pütter

Andreas Vesalius war Humanist, Arzt und «Vater» der modernen Anatomie. Im Alter von 28 Jahren sezierte er 1543 in aller Öffentlichkeit die Leiche des Jakob Karrer von Gebweiler, eines notorischen Schwerverbrechers in Basel. Die Knochen wurden gesammelt, und das Skelett ist im Anatomischen Museum ausgestellt. Es ist weltweit die älteste anatomische Zusammensetzung eines Skeletts.

Im gleichen Jahr wurde sein Werk «De humani corporis fabrica» in Basel gedruckt. Die künstlerische Wiedergabe der Funde des Anatoms sind ebenso bewundernswert wie die medizinischen Texte. Zu der Zeit war Basel die einzige Stadt, die in der Lage war, alle sieben Bände des Meisterwerks zu produzieren; Basel war im 16. Jahrhundert eine Drucker-Hochburg. Dieses enorme Werk gilt als Beginn der modernen Anatomie.

Mit dem Ziel, dieses Werk einem weiten Kreis an Medizinern, Historikern und Liebhabern von Büchern allgemein zugänglich zu machen, ging der Wissenschafts- und Medizin-Verlag «Karger» in Basel daran, eine kommentierte englische Übersetzung der Ausgaben von 1543 und 1555 zu produzieren. Das kostete die Übersetzer Daniel Garrison und Malcolm Hast über 20 Jahre harter Arbeit. Eine moderne Wiedergabe der ursprünglichen Schriftart, der Basel Antiqua, wurde in Rekordzeit durch den Schweizer Schriftartentwickler Christian Mengelt entwickelt. Ihn wie auch den Rest des Produktionsteams erwischte der «Vesalius-Bazillus».

Möglich wurde das ambitionierte Projekt dank einer grosszügigen Spende des Staates Kuwait, mit dem Ziel, daraus das wichtigste medizinische Buch zu machen, das auf Englisch erhältlich ist.

«The Fabric of the Human Body» des «Karger»-Verlags (1’400 Seiten, 1’500 Franken) ist ein monumentales Liebhaberwerk und kommt rechtzeitig zu Vesals Geburtstagsfeier heraus.

Vesalius reiste viel und wurde Leibarzt Karls V. Zu seinen Lebzeiten wurde er sowohl geachtet als auch angegriffen. Auf der Rückkehr von einer Pilgerreise ins Heilige Land strandete er 1564 erkrankt auf der Insel Zakynothos im Ionischen Meer.

Basel hat eine Strasse nach ihm benannt – die Vesalgasse, die von der Spalenvorstadt 14 abgeht (bei der Gallerie Graf&Scheibel) – und das Vesalianum, ein Vorlesungssaal der Universität.koerper-10

Aktuelle Ausstellung:
«Dem Körper auf der Spur – von Andreas Vesal zur Gegenwart – 500 Jahre» im Anatomischen Museum

Interaktiv und in die virtuelle Welt eintauchend, bietet diese Ausstellung eine Reise durch die Vorstellungen und Darstellungen des menschlichen Körpers. Sie können hier eine Auswahl von Bildern, Objekten und Zeugnissen der Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Kunst und Wissenschaft, zwischen Medizin und Gesellschaft entdecken. Ein besonderes Augenmerk wird auf den Arzt Andreas Vesalius (1514-1564) gelegt, einer der Begründer der modernen Anatomie, dessen 500. Geburtstag 2014 gefeiert wird. Alte Werke bis hin zu den neuesten Bildgebungs-Technologien, anatomische Präparate oder virtuelle Installationen laden Sie ein, durch die zahlreichen Spiegel unseres inneren Körpers zu gehen.

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