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Von Garage zu Gallerie, von Müll zu Kunst und Zerstörung

Bernhard Luginbühl († 2011) war überlebensgross, seine Werke oft wuchtig – einige werden nun in einer früheren Garage zu sehen sein.

Von Shirley L. Kearney (übersetzt von Martin Pütter)

Der spitzbübisch skurrile und doch ernsthafte Bernhard Luginbühl (1929 – 2011) würden wohl lachen, wenn er an die bevorstehende Ausstellung dächte, die im 850 m2 grossen von-Bartha-Gebäude stattfindet (4. September – 24. Oktober): eine ehemalige Garage am Kannenfelplatz 6. Die Benzinpumpen davor funktionieren immer noch – innen kommt grosse Kunst voll zur Geltung, die sie verdient.

Von Bartha wurde 1970 eröffnet durch Margareta und Miklos von Bartha, bis heute fest ausgerichtet auf konkrete Kunst, Op Art und kinetische Kunst. Seitdem wurden weitere Standorte in der Schweiz eröffnet: Eine historische Villa im Zentrum Basels beherbergt die Gallerie-Sammlung und kann auf Anmeldung besichtigt werden; vier bis sechs Ausstellungen zeitgenössischer Kunst finden jährlich in der früheren Gararage am Kannenfeldplatz statt; in S-chanf nahe St. Moritz wird ein 60 m2 weisser Würfel mit hoher Deck für Gebäude-spezifische Installationen benutzt.

Der Berner Luginbühl, Sohn eines Metzgers, erhielt dank seiner massiven und rostigen Kreationen internationalen Ruhm, den er so locker handhabte wie jemand, der heute ein Selfie verschickt. Er war in jeder Hinsicht überlebensgross. Viele seiner Werke dröhnen oder bewegen sich, einige sind klein und ruhig, andere hingegen gingen in die Luft oder fingen Feuer in seinen Verbrennungsaktionen, als Protest gegen städtische Entwicklung. Filme drehen und grafisches Design beherrschte er auch. Eine Auswahl seiner Zeichnungen sind im Kupferstichkabinett des Basler Kunstmuseums.

Er war zweimal verheiratet, seine fünf Kinder folgten in seinen künstlerischen Fussstapfen, wenn auch in einer etwas ruhigeren Form. Seine Skulptur „Dickfigur Beteigeuze“ (1996) steht ausserhalb des Tiguely-Museums. Der „Amboss“, ein rostiges Spielhaus, mit einer Rutschbahn dazu und alles gemildert durch hängende Reben, steht im Park im Grünen in Münchenstein – ein bevorzugter Ort spielender Kinder und ihrer Eltern.

Amboss_Luginbühl

Er arbeitete mit gleichermassen expansiven und explosiven Künstlern wie Dieter Roth und Jean Tinguely zusammen. Das Luginbühl-Museum ist passenderweise im ehemaligen Schlachthaus in Burgdorf/BE.

 

Luginbühl-Ausstellung bei von Bartha:
5. September – 24. Oktober
Eintritt frei
Kannenfeldplatz 6
4056 Basel

Öffnungszeiten:
Dienstag – Freitag 14.00 – 18.00 Uhr
Samstag 11.00 – 16.00 Uhr

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