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Zurück zum Markt in der Markthalle

Einst eine der grössten Kuppelgebäude der Welt, hat die Markthalle beträchtliche Änderungen über sich ergehen lassen.

Von Shirley L. Kearney, Deutsch von Martin Pütter

Jahrzehntelang war sie unterbewertet, während sie auf ihre Wiederauferstehung wartete, aber die Geduld zahlte sich aus. Die Markthalle an der Viaduktstrasse 10, zwischen Bahnhof SBB und Zoo, erfüllt wieder ihren eigentlichen Zweck als Markt. Seit Oktober 2013 können Besucher authentische Speisen unter der geräumigen Kuppel geniessen, in einer sowohl ruhigen als auch abenteuerlichen Atmosphäre. Ein breites Angebot an internationalen Speisen, sorgfältig mit frischen Zutaten zubereitet, passt ideal in das historische Gebäude. Und seit neustem verkauft «zweitesDesign» lokale Produkte aus rezyklierten Materialien.

Gebaut wurde die Markthalle 1929 als Verteilerzentrum für den Früchte- und Gemüsegrosshandel. Zu der Zeit war sie eine architektonische und technische Besonderheit, und sie hatte die drittgrösste Kuppel der Welt, mit einem Durchmesser von 60 Metern. Weil die Supermärkte zunehmend eine breite Palette frischer Produkte anboten, sank ihre Bedeutung mit den Jahren. Die Volta5Art-Ausstellung 2009 wandelte die Atmosphäre von Lebensmitteln zu Kunst. Danach verkaufte die Stadt das Gebäude an einen Bauunternehmer, der es renovierte und die Markthalle anschliessend in ein Einkaufszentrum umwandelte. Gleichzeitig wurde ein Büro- und Wohnturm auf der Rückseite hinzugefügt. Die Umwandlung zahlte sich nicht aus, und nun ist die Markthalle mehr oder wenig zum eigentlichen Zweck zurückgekehrt – als Marktplatz.

Bei warmem Wetter sitzen die Menschen links vom Eingang an einfachen, hölzernen Tischen und geniessen die Sonne. Gegenüber stösst ein Mann einen hölzernen Pizzaschieber in den Ofen. Auf einer schwarzen Tafel stehen die Tagesspezialitäten, welche Appetit und  Neugier wecken. Wer einmal drin ist, den fasziniert der weite Raum, der auch alle fünf Sinne befriedigt. Stände mit Antiquitäten und Kunst, darbietende Künstler, Lebensmittelstände sowie spielende Kinder mit Ballonen in Form von Schwertern stehen einer Stille gegenüber, die Menschen beim Essen und Trinken an Tischen sitzend geniessen, manchmal mit Kerzenlicht, und alle eingewickelt in ein Gefühl des Wohlbefindens.

Sonntags befinden sich am Smörrebröd-Stand drei Männer: Chefkoch Thierry Boillat aus Basel und seine beiden Partner, Joel Pregger aus Leipzig und Philipp Weidauer aus Luzern. Thierry Boillat veröffentlichte sein erstes Kochbuch mit 18 Jahren, hat weltweit in Restaurants gearbeitet, darunter in einem Fünf-Sterne-Restaurant.

Ein geräuchertes Lachsfilet auf frisch gebackenem Brot, darunter pürierte Süsskartoffel, mit dünnen Chips-Scheiben mit Orangengeschmack ist ein Traum. Sämtliche Canapés, inklusive Versionen für Vegetarier und Veganer, kosten zwischen sechs und sieben Franken. Eine lebensfrohe Rotterdamerin, die seit Jahren hier lebt, bedient ihren Stand gegenüber dem Smörrebröd und liefert das Brot für die Kreationen des Trios. Ihre Brote, Plätzchen und anderen Leckerbissen stillen jeden weiteren Hungeranfall.DSCN1740

Das kürzlich lancierte Projekt «Eat-in Basel» kommt mit einem simplen Konzept: Man bringe sein eigenes Essen und Besteck und teile es mit Freunden und Fremden. Es ist ein gewaltiger Picknick-Austausch, den zwei Studenten organisieren.

Während der Art Basel vom 19. bis 22. Juni wird die Volta10Basel: New and Emerging Art die Speise für den Magen mit Nahrung für die Augen ersetzen. Besuchen Sie das Rundgebäude für ein weiteres örtliches Abenteuer.

Weitere Veranstaltungen in der Markthalle  gibt es hier: www.altemarkthalle.ch

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