. .
Ad Ad
Beliebteste Posts
Letzte Kommentare
Neueste Posts
Kategorien
Tag Cloud

Mit Ruderern auf dem Rhein ist es mit der Ruhe vorbei

Bei Ruderern können auch mal die Emotionen hochgehen, wie sie am Samstag auf dem Rhein bei Basel Head bewiesen.

Von Martin Pütter

rush_hour
Am Samstag war der Rhein fest in den Händen der Ruderer, wie hier am Morgen beim Training

Samstag, 18. November 2017, 13:58 Uhr, Wettsteinbrücke, Basel: Ein Kormoran hat genug. Auf Grossbasler Seite des Rheins waren die Fänge zu mickrig, um seinen Hunger zu stillen. Also wechselt der Vogel auf die Kleinbasler Seite, knapp oberhalb des Landestegs der Münsterfähre. Es ist eine schlechte Wahl, wie der Kormoran kurz darauf feststellen muss – für die nächsten paar Stunden können er und andere fischfressende Vögel den Rhein bei Basel zur Futtersuche aufgeben. Es ist Basel Head, und dann beherrschen die Ruderer den Rhein.

deutschland_1
Kurz nach dem Start nähert sich der Deutschland-Achter der dichtbesetzen Mittleren Brücke

13:59 Uhr: An der Mittleren Brücke drängeln sich auf der stromabwärts gewandten Seite die Menschen.  Sie warten auf den Startschuss zur achten Austragung Basel Head, einem Ruderrennen für Achter, welches trotz seiner jungen Geschichte schon fester Bestandteil des Basler Sportkalenders ist. Punkt 14:00 ist es soweit: Der Deutschland-Achter geht als erstes Boot auf die 6,4 Kilometer lange Strecke, mit der Wende beim Kraftwerk Birsfelden.  Am Ende ist der Vorjahressieger, amtierende Weltmeister und Weltbestzeithalter erneut Schnellster unter den 100 teilnehmenden Booten – und mit 18:41,45 hat er seinen Streckenrekord aus dem Vorjahr um über sieben Sekunden verbessert.

deutschland_2
Nach der Wettsteinbrücke hat der Deutschland-Achter seinen Vorsprung auf das zweite deutsche Boot vergrössert

14:20 Uhr, Wettsteinbrücke, Kleinbasler Seite. Hier stehen die Boote vor der Wahl: links oder rechts der fix installierten Bojen? Rechts ist die Strömung stärker als links, dort ist jedoch der Abstand zum Ufer sehr gering, die Künste des Steuermanns gefragt. Ein Boot wählt links – und bereut die Wahl kurz darauf. Zuerst berühren zwei Ruderblätter die Bojen. Der Steuermann korrigiert, aber zu stark – rechts schlagen die Ruderblätter an die Böschung. Das Boot kommt zum Stillstand, muss mehrere Konkurrenten passieren lassen, bevor es das Rennen wieder aufnehmen kann. Die Hoffnungen auf eine gute Zeit sind im Rhein versunken.

rinne
Dieses Boot ist, im Gegensatz zu ein paar anderen, auf perfektem Kurs in einer schmalen Rinne

14.40 Uhr, Fussweg Kraftwerk Birsfelden. Von hier bietet sich eine optimale Sicht auf die Wendemarke, die weniger als 100 Meter unterhalb der Staumauer liegt. Die Boote, die sich der Marke nähern, wirken wie Perlen auf einer Schnur. Über Lautsprecher erfolgt der Kommentar. Plötzlich kündigt der Kommentar an: „Und gleich haben wir hier ein Sandwich“. Was er meint: Gleich drei Boote liegen vor der Wendemarke fast gleichauf. Wie zu erwarten, berühren sich die Ruderblätter – und der stromauf blasende Wind lässt die Zuschauer am Kraftwerk das kräftige Fluchen der Ruderer hören. Von Ruhe auf dem Rhein kann keine Rede sein.

trouble_03
Bei diesen „Sandwich“ kurz vor der Wende bahnen sich Probleme an

18.00 Uhr: Basel Head ist vorbei, es ist dunkel. Die Ruderer sind vom Rhein, und auch die Kormorane sind an ihre Schlafplätze zurückgekehrt. Auf dem Bach, wie die Basler den Rhein nennen, ist wieder Ruhe eingekehrt. Doch in einem Jahr wird der Rhein wieder für ein paar Stunden den Ruderern gehören.

basilisk
Diesen kleinen Basilisken hingegen  lassen die Ruderer kalt.

Basel Head (deutsch)

Alle Bilder © 2017 Copyright TBJ/Martin Pütter

Keine Kommentare bis jetzt

Hinterlasse eine Antwort

Required
Required
Optional

XHTML: Sie können folgende Tags nutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>